Referenten

Jürg A. Zarn – Kritische Einblicke in die Pestizid-Zulassungspraxis 

Jürg A. Zarn blickt auf 30 Jahre Erfahrung als regulatorischer Toxikologe zurück, davon zehn Jahre als Leiter der Toxikologie für Pflanzenschutzmittel beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). In seinem Vortrag „Warum die heutige Pestizid-Zulassungspraxis unsere Gesundheit gefährden kann – und was sich ändern muss“ zeigt er, wo die wissenschaftlichen Grenzen der heutigen Prüfverfahren liegen und warum Risiken systematisch unterschätzt werden können. 

Vertrauen in die Zulassung – berechtigt? 
Pflanzenschutzmittel sind fester Bestandteil der modernen Lebensmittelproduktion. Bäuerinnen und Bauern müssen darauf vertrauen können, dass die behördlich bewilligten Mittel bei bestimmungsgemässem Gebrauch keine Gesundheitsrisiken bergen. Doch wie zuverlässig sind die Prüfverfahren wirklich?  

Transparenz und bessere Methoden als Lösung 
Eine wissenschaftlich seriöse und vollständig transparente Prüfung ist laut Zarn unerlässlich, um das Vertrauen von Landwirtschaft und Konsumentinnen und Konsumenten in die behördliche Bewilligungspraxis zu rechtfertigen. Sein Vortrag macht deutlich, warum Reformen im Interesse aller liegen: für mehr Sicherheit, mehr Vertrauen und eine nachhaltigere Landwirtschaft. 

Roland Lenz – Pionier für nachhaltigen Weinbau und Biodiversität 

Roland Lenz ist Winzer mit Vision: Gemeinsam mit seiner Frau Karin führt er das Weingut Lenz im Thurgau, das als Vorbild für nachhaltigen und wirtschaftlich erfolgreichen Weinbau gilt. Ihr Ansatz basiert auf drei Grundpfeilern: fruchtbare Böden, hohe Biodiversität und robuste Rebsorten. Durch dieses Zusammenspiel gelingt es dem Weingut nicht nur, ökologisch wertvoll zu wirtschaften, sondern auch langfristig rentabel zu sein – und damit Investitionen in die Zukunft zu tätigen. 

Ein sich selbst regulierendes Ökosystem 
Das Weingut Lenz ist ein durchdachtes, lebendiges System: Blühstreifen, Fledermaushäuser, Obstbäume zwischen den Rebzeilen, biodynamischer Anbau und Wassersparmassnahmen prägen das Bild. Jeder Quadratmeter Land trägt zur Aufwertung des Ökosystems bei. Das Ergebnis: Der Schädlings- und Krankheitsdruck ist deutlich gesunken, der Betrieb ist stabiler, unabhängiger von externen Inputs und gleichzeitig gewinnbringend. Das Weingut beweist, dass nachhaltiger Weinbau und wirtschaftliche Erfolge kein Widerspruch sein müssen. 

Biodiversität als Erfolgsfaktor 
Auf dem Weingut Lenz wachsen pilzwiderstandsfähige Rebsorten (Piwi) und eine Vielfalt an Beikräutern, Fruchtbäumen sowie einheimischen Büschen und Sträuchern. Roland und Karin Lenz haben sich in den letzten 15 Jahren ganz der Förderung von Biodiversität und Synergien verschrieben. Sie setzen auf Permakultur, widmen 17% ihres Rebbergs der Biodiversität und nutzen natürliche Regulationen – etwa Fledermäuse gegen die Kirschessigfliege. Dadurch sind keine synthetischen Pflanzenschutzmittel, Kupfer oder Dünger mehr nötig. Die wenigen biodynamischen Stärkungsmittel werden sogar mit hauseigenen, drohnengestützten Methoden ausgebracht. 

Mehr Informationen unter: Weingut Lenz